Verein

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Die Vorgeschichte

Der „Block 128“ zwischen Danckelmann-, Seeling-, Sophie-Charlotten- und Knobelsdorffstraße war noch bis in die 70er Jahre dicht bebaut mit Mietskasernen und engen Hinterhöfen. Die ursprüngliche Planung der damaligen Senatsbauverwaltung sah eine fast voll­ständige „Entkernung” dieses Blocks und die Errichtung von zwei Neubauriegeln in seinem Inneren vor. Für Kinder und Jugendliche war ein umzäunter Abenteuerspielplatz mit begrenzter Öffnungszeit vorgesehen, dessen Konzept aber in der weiteren Investitionsplanung nicht gesichert war.

Die Vereinsgründung

Logo: Blockinitiative 128

Dies und der Umstand, dass die Planungen den Verlust von weiteren 300 preiswerten Altbauwohnungen bedeutet hätten, führte bald nach Beginn der Abrissarbeiten zur Gründung des Vereins Blockinitiative 128 – Ziegenhof – e.V. In dieser Initiative schlossen sich 1982 engagierte Anwohner zusammen, um den weiteren Abriss zu stoppen und ein alternatives Nutzungs­konzept für den Block 128 durchzusetzen.

Nicht zuletzt aufgrund der Arbeit des Vereins Blockinitiative 128 – Ziegenhof – e.V. wurde von der ursprünglichen Planung Abstand genommen, und es konnte unter Berücksichtigung der Bewohnerinteressen zwischen den noch vorhandenen Altbauten eine öffentliche Park- und Spielfläche entstehen.

Öffentliche Nutzung der „Freifläche”

Aufnahme der Freifläche, 1984

1982 hat der Verein den Bauzaun der brachliegenden Abrissfläche in einer spektakulären Aktion entfernt und die „Freifläche“ einer öffentlichen Nutzung zugänglich gemacht. In Mieterselbsthilfe wurde dann begonnen, das Brachland zu bepflanzen. Nach langen Auseinander­setzungen mit den Planungsbehörden und dem Sanierungsträger wurden schließlich 1983 öffentliche Mittel aus dem Hofbegrü­nungsprogramm des Senats bewilligt und die Fläche von Vereinsmitgliedern und anderen Anwohnern im wesentlichen so gestaltet, wie sie sich heute präsentiert. 1984/1985 setzte sich der Verein auch für den Erhalt der Remise Sophie-Charlotten-Str. 83b ein, die er mit Spendengeldern und eigenen Instand­haltungsarbeiten vor dem endgültigen Verfall und Abriss rettete.

Ehrenamtliche Arbeit

Ehrenamtliche beim Bau der Badewannenlandschaft für die Enten, 1982

Seit 1983 leben Hühner, Gänse und Enten in wechselnder Besetzung auf der Freifläche, und seit 1985 gibt es hier sogar Ziegen. Seitdem gewährleistet konstante ehrenamtliche Arbeit engagierter Anwohner die Pflege und Fütterung der Tiere und die Instandhaltung von Stall und Gehege. Anwohner kümmern sich auch um die Absprache mit dem Amt, laufende Pflege der Bepflanzung (Bewässern im Sommer, Kompostieren, Instandhaltung, Erneuerung). Der als gemeinnützig anerkannte Verein Blockinitiative 128 – Ziegenhof – e.V. bildet heute den organisatorischen Rahmen für eine offene Nachbarschafts­arbeit, an der sich alle beteiligen können, die sich aktiv für ihr Wohnumfeld einsetzen wollen.

Die als „Ziegenhof“ bekannte Freifläche ist ein beliebter Anlaufpunkt und Aufent­haltsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und wird auch durch die anliegenden Kinder- und Jugendeinrich­tungen intensiv genutzt. Die Besucher finden hier eine grüne Oase, einen abwechslungsreichen Raum zum Aus­spannen, Austoben und Tiere zum Anfassen mitten in der Stadt.

Unterstützen auch Sie das weitere Bestehen des Ziegenhofes durch Ihre Mitgliedschaft, Fördermitgliedschaft, Patenschaft oder mit Ihrer Spende!